Wie egoistisch ist dein Gehirn?...und was hat das mit Stress zu tun? | blog | lukas°ebner

Wie egoistisch ist dein Gehirn?...und was hat das mit Stress zu tun?


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Würdest du dein Gehirn als egoistisch bezeichnen?
Nein?
Ich schon und ich werde dir in diesem Artikel auch zeigen, wie ich zu so einer gewagten Behauptung komme.

Dein
Gehirn nimmt bezogen auf sein Gewicht nur einen geringen Anteil im Verhältnis zum gesamten Körper ein. Trotzdem ist es der ungeschlagene Leader was den Energieverbrauch betrifft.

Ungefähr 2/3 der zugeführten Kohlenhydrate (Glukose) werden für dein Gehirn gebraucht. Kein Wunder, dass eine optimale und pausenlose
Energieversorgung oberste Priorität hat. Es arbeitet 24 Stunden, im Wach- wie im Schlafzustand und muss ständig überlebenswichtige Entscheidungen treffen.

Das Gehirn. Es hat sich im Laufe der Evolution perfektioniert.
Wirklich?
Leider nicht ganz. Einen Makel hat es. Es ist ein ziemlicher Egoist.

Da unsere Nervenzellen nicht selbst Energie in Form von Glukose speichern können, sind sie ständig von einer Zufuhr aus anderen Bereichen des Körpers abhängig. Das Gehirn beschafft sich seine
Energie durch Umverteilung.
Da ist es natürlich von großem Vorteil wenn man ganz an der Spitze von Entscheidungsträgern einer Organisation sitzt.
Braucht es einen Nachschub an
Glukose wird nicht lange herumdiskutiert, sondern einfach anderen Organen entzogen um es dann selbst zu verbrauchen.
Ziemlich egoistisch, findest du nicht auch?

Chronische Stressbelastung führt zu erhöhter Gehirnaktivität und somit zu einem erhöhten Bedarf an Energie.
Das Gehirn rodet dann einfach die saftig grünen Wälder rund um sich, um an genügend Brennholz zu kommen. Darunter müssen vor allem die Verdauung, das Immunsystem und die regenerativen Systeme (Serotonin, Melatonin, Parasympathikus) leiden.

Die einst so grünen Wälder werden zu dürren Steppen.
Magen-Darm-Erkrankungen und Erschöpfungszustände verschiedener Art sind die direkte Folge.

Ich erzähle dir dauernd etwas über Energie und Glukose. Das ist doch ganz einfach gesagt Zucker, oder?
Dann könnte man doch für eine optimale Versorgung des Gehirns pro Tag ein, zwei Tafeln Schoko als Booster in die Arbeit mitnehmen und die Sache hat sich.
Ganz so einfach ist es leider nicht.

Zucker = Kohlenhydrate = Glukose
korrekt
aber
Zucker = Glukose ≠ Schoko, Energydrinks...


Soll heißen: Es gibt verschiedene Arten von Zucker, die sich in ihrer Zusammensetzung der Kohlenhydrat-Struktur unterscheiden.

Jetzt wird es aber zu biochemisch, ...einigen wir uns darauf, dass der Zucker in der Form wie man ihn kennt, nicht der Zucker ist, den unser Organismus zur optimalen Funktion benötigt.

Ich zeige dir warum: Ein Schokoriegel bewirkt zwar eine
Erhöhung des Blutzuckerspiegels, aber nur ganz kurz. Eine langfristig starke Oszillation (sehr hohe und sehr tiefe Werte) ist für uns besonders ungesund. Sie führen zu einer Beschleunigung der Entzündungs- und Alterungsvorgänge durch AGEs (Advanced Glycation Endproducts). Klar, sagt dir jetzt gar nichts und wirkt wahrscheinlich wenig schockierend auf dich.

ABER:
AGEs sind Abfallprodukte, die entstehen, wenn Zucker mit Proteinen oder Fetten reagiert. Bei zu viel an Zucker kann dein Körper den Müll nicht mehr beseitigen und lagert ihn ab. Diese Ablagerungen führen unter anderem zu Diabetes, Herzkrankheiten, Nierenschäden, Zellalterung generell...


Fazit

1) Dein Gehirn hat keine Möglichkeit Energie zu speichern, wie es z.B Muskelzellen können, es ist angewiesen auf Zufuhr von anderen Organen.

2) Dein Gehirn ist ein Egoist, es nimmt sich einfach was es braucht, ohne groß zu fragen.

3) Chronische Stressbelastung führt zu erhöhtem Energieverbrauch. Verdauungssystem, Immunsystem und regenerative Systeme werden geplündert.

4) Wenn du deinem Organismus Energie zuführst, achte darauf was du ihm gibst.

5) „Raffinierter“ Zucker wirkt schnell aber nur kurz und führt zu einer Beschleunigung von Entzündungs- und Alterungsvorgängen durch die Bildung von AGEs.

6) Durch bewusste Ernährung kannst du die Bildung von AGEs gering halten und somit entzündungs- und alterungsbeschleunigende Vorgänge abwehren (dazu aber mehr in einem der folgenden Artikel).

7) Halte deinen Blutzuckerspiegel gleichmäßig durch komplexe Kohlenhydrate:
Gemüse, Salat, Beeren, Nüsse, Vollkornprodukte, Olivenöl, pflanzliche (am besten Hülsenfrüchte) und tierische Eiweiße (am besten Fisch).

8) Vermeide eine dauerhafte Stressbelastung und gönne auch deinem Gehirn Pausen, die du in deinen Tagesablauf einbaust.

Wenn es dein Gehirn schon nicht macht, so nimm wenigstens du Rücksicht auf deinen Körper!

Geniesse dein Leben auch im Stress!

Lukas

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